Welche Geräte sind für das WIG/TIG Schweißen geeignet?

WIG/TIG-Schweißen

Gasgeschütztes Metall-Lichtbogenschweißen mit nicht verbrauchender Wolframelektrode. Der Schweißzusatzwerkstoff wird manuell als Schweißstab zugeführt. WIG-Schweißen ist ein sehr sauberes Schweißverfahren, das höchste Anforderungen an die Schweißnahtgüte und Zugfestigkeit erfüllt. WIG-Schweißnähte sind flach, regelmäßig und nahezu frei von Einschlüssen und Schweißspritzern. Sie sind daher ideal für Sichtnähte geeignet und stehen optisch für die Gesamtqualität eines Produktes.

WIG/TIG-Stromart

Das WIG-Verfahren ist, abhängig von der Stromart, für nahezu alle Metalle geeignet.

Werkstoffe Stromart
Gleichstrom = Wechselstrom ~
Elektrode Pol
+ +
Stahl Sehr gute Eignung
Edelstahl Sehr gute Eignung
Kupfer Sehr gute Eignung
Siliziumbronze Sehr gute Eignung
Titan Sehr gute Eignung
Nickel /-legierung Sehr gute Eignung Eignung
Aluminium /-legierung Nur dünne Materialien Sehr gute Eignung
Magnesium /-legierung Nur dünne Materialien Sehr gute Eignung
Aluminiumbronze Eignung Sehr gute Eignung
Messing Eignung Sehr gute Eignung

 

Häufigster Einsatz des WIG-Verfahrens: Schweißen von Fein- bis Mittelblechen und von Wurzellagen bei Grobblechen.

WIG-Anwendungsgrenzen
Werkstoff Materialstärke, min.
mm
Stahl und Edelstahl 0,3
Aluminium /-legierung 0,5
Kupfer 0,5

 

Volle Kontrolle: WIG-Schweißinverter

WIG-Schweißinverter sind elektronisch gesteuerte Schweißstromquellen, die eine stufenlose Einstellung und automatische Regelung des Schweißstroms ermöglichen. WIG-Schweißinverter bieten unterschiedliche, sehr hilfreiche elektronische Steuerungs- und Optimierungsfunktionen. Bei höherwertigen Geräten ist eine vollständige Kontrolle aller Schweißstrom- und Verfahrensparameter möglich.

MMA-tauglich

WIG-Schweißinverter sind auch für das E-Handschweißen mit Stabelektroden geeignet.

WIG SYNERGY

Die TIG SOUND T-Modelle sind mit Synergieprogrammen ausgestattet. Diese bieten eine zeitsparende Einstellung von Verfahrensparametern und zeigen den idealen Elektrodendurchmesser an.

Ausstattung

ELMAG® WIG-Inverterschweißgeräte – mit Ausnahme der TIG SOUND T-Modelle – sind ausgestattet mit

  • einem WIG-Spezialbrenner, Schlauchpaketlänge 4 m,
  • einem Massekabel und
  • einem Druckregler für Gasflaschen.

Einzelne Geräte werden in einem komfortablen Transportkoffer geliefert. Besonders wirtschaftlich: ELMAG® WIG- Plug & Play-Sets mit Schutzgasflasche und Automatik-Schweißschirm.

WIG-Schweißgeräte – Auswahlkriterien

Bei der Produktauswahl beachten:

Zahlreiche WIG-Funktionen erleichtern das WIG-Schweißen oder verbessern das Schweißergebnis.

Besonders empfohlen:

  • WIG HF oder LIFT WIG als Zündart,
  • SLOPE DOWN für optimales Abschließen einer Schweißnaht,
  • WIG IMPULS für die Optimierung der Einbrandtiefe und Wärmeeinbringung,
  • MMA-Funktionen.

Schutzart IP

ELMAG® WIG-Inverterschweißgeräte entsprechen der Schutzart IP 23.

Stromart, Polung und Anschlüsse

Netzspannung je nach Modell 230 V Wechselstrom oder 400 V Drehstrom. Für das WIG-Schweißen ist je nach Grundwerkstoff Gleich- oder Wechselstrom erforderlich. Inverterschweißgeräte sind daher je nach Modell für das Gleichstromschweißen oder für Gleich- und Wechselstrom konzipiert. Beim WIG Gleich- u. Wechselstromschweißen wird in den überwiegenden Fällen der Schweißbrenner am Minuspol und das Massekabel am Pluspol angeschlossen. Am Gerät muss anschließend DC für Gleichstrom bzw. AC für Wechselstromschweißen ausgewählt werden. Aluminiumoberflächen sind durch metallische Oxidschichten geschützt, die mit Wechselstrom geöffnet werden können. So wird ein ausreichender Materialeinbrand erreicht. Gleichzeitig entsteht durch Schweißen mit Wechselstrom ein am Schweißbad wirksamer Reinigungseffekt zur Entfernung der Oxide.

Wolfram-Rein- oder Oxidelektroden

WIG-Schweißen ist mit Wolfram-Reinund Wolfram-Oxidelektroden möglich.

Vergleichswert WIG-Wolframelektrode
Rein Oxid
Lichtbogen sehr ruhig ruhig
Erwärmung höher geringer
Zündung gut sehr gut
Belastbarkeit gut sehr gut
Standzeit gut sehr gut

 

WIG/TIG-Elektrodendurchmesser

Von der Blechstärke wird auf den erforderlichen Elektrodendurchmesser, auf den Schweißstabdurchmesser (Schweißzusatz) und auf die Gashülsengröße geschlossen.

Blechstärke Wolfram-Elektrodendurchmesser Schweißstabdurchmesser Gashülsengröße
mm mm mm Nr.
1,0 1,0 1,6 4
2,0 1,6 2,0 4-6
3,0 1,6 2,4 6
4,0 2,4 3,2 6-8
5,0 2,4-3,2 3,2 6-8
6,0 3,2 4,0 8
8,0 4,0 4,0 8-10

 

Elektrodenspitze

Die Form der Wolfram-Elektrodenspitze hat großen Einfluss auf die Einbrandtiefe. Für das Gleichstromschweißen am Minuspol (= -) wird die Elektrodenspitze mit einem Schleifgerät kegelförmig angespitzt.

Merkregel für den Anspitzwinkel: Verhältnis des Elektrodendurchmessers zur Länge der Elektrodenspitze 1 : 2,5.

An der Spitze sollten – für einen ruhigen Lichtbogen – ausschließlich Schleifriefen in Längsrichtung vorhanden sein. Für das Wechselstromschweißen (~ -) sollte die Elektrodenspitze gleichmäßig abgerundet werden. Bei korrekter Einstellung der Stromstärke schmilzt der vorderste Teil der Elektrodenspitze auf und bildet einen, für den Lichtbogen idealen, kleinen Kugeltropfen. Das Anschmelzen der Elektrodenspitze wird durch kurze Erhöhung des Schweißstroms durchgeführt.

Schweißstromkreis und Massekontakt

Für elektrische Schweißverfahren ist ein geschlossener Schweißstromkreis erforderlich. Er wird vorbereitet, indem die Masseklemme des Massekabels vor dem Schweißen am Werkstück befestigt wird. Die Masseklemme sollte in der Nähe der Schweißstelle angebracht werden, um einen guten Stromfluss sicherzustellen. Die Schweißstelle und die Massekontaktstelle müssen sauber bzw. metallisch blank sein. Werkstück daher vor dem Schweißen reinigen, Lack o.ä. entfernen.

Schutzgas

Das beim Schweißen entstehende Schweißbad wird durch Schutzgas vor Luftzutritt geschützt. Für das WIG-Schweißen werden reines Argon oder Argongemische verwendet. Argon- und Spezial-Schutzgasflaschen sind bei ELMAG® erhältlich. Die Durchflussmenge wird am Druckregler der Gasflasche voreingestellt. Das Schutzgas wird aus der Gasflasche durch das Schlauchpaket in den Schweißbrenner geleitet, tritt an der Gashülse aus und umströmt die Wolframelektrode und das Schweißbad.

Vor Schweißbeginn Gasdurchfluss prüfen.

WIG/TIG Schutzgasmenge

Einstellung der Schutzgasmenge am Durchflussmengenmesser: 5 – 10 Liter Schutzgas pro Minute, bei großer Fugenbreite bis zu 15 Liter pro Minute

WIG/TIG-Schweißstromeinstellung

Elektroden-Ø Gleichstrom Wechselstrom
= – = + ~ +
Wolfram- Reinelektrode Wolfram-Oxidelektrode Wolfram-Reinelektrode Wolfram-Oxidelektrode Wolfram-Reinelektrode Wolfram-Oxidelektrode
mm   A A A A A
1,6 40-130 60-150 10-20 10-20 45-90 60-125
2,0 75-180 100-200 15-25 15-25 65-125 85-160
2,4 130-230 170-250 17-30 17-30 80-140 120-210
3,2 160-310 225-330 20-35 20-35 150-190 150-250
4,0 275-450 350-480 35-50 35-50 180-260 240-350
5,0 400-625 500-675 50-70 50-70 240-350 330-460

Empfohlene Einstellwerte nach EN 26848

Der Schweißstrom wird je nach Elektrodendurchmesser und Schweißaufgabe ausgewählt und am Leistungsregler des Schweißgeräts eingestellt. Für die Ermittlung optimaler Schweißparameter kann eine Probeschweißung erforderlich sein.

WIG/TIG-Steuerungsfunktionen

Je nach Schweißgerät sind folgende Steuerungsfunktionen verfügbar:

PRE GAS

Gasvorströmzeit in Sekunden. Das Schutzgas fließt bereits vor Zündung des Lichtbogens und erzeugt an der Schweißstelle eine Schutzgasatmosphäre.

START POWER

Start- bzw. Suchstromwert in Ampere bei Zündung des Lichtbogens.

SLOPE UP

Stromanstiegszeit in Sekunden von 0 Ampere oder ab Startstromwert bis zur aktuellen Schweißstrom-Einstellung. Optimierung der Wärmeeinbringung und des Materialflusses am Schweißnahtanfang.

WIGBALANCE

Balance-Regelung der Wellenform des Schweißstroms für optimalen Einbrand und höchste Schweißgeschwindigkeit.

WIG 2-TAKT

Betriebsart für kurzes Heftschweißen. Schweißstart: Betätigen und Festhalten der Schweißbrennertaste. Schweißende: Loslassen der Schweißbrennertaste.

WIG 4-TAKT

Betriebsart für lange Schweißstrecken. Schweißstart: Betätigen und Loslassen der Schweißbrennertaste. Schweißende: Betätigen der Schweißbrennertaste.

WIG 2-WERT

Betriebsart im 4-Takt-Modus. Ideal für Schweißstrecken, bei denen die Schweißposition geändert werden muss, der Lichtbogen bzw. das Schweißbad aber erhalten bleiben soll. Voreinstellung von zwei Stromwerten, Schweißstrom und Lichtbogen- Erhaltungsstrom. Schweißstart: Betätigen und Loslassen der Schweißbrennertaste. Absenken zum Lichtbogen-Erhaltungsstrom: Kurzes Betätigen und Loslassen der Schweißbrennertaste. Rückkehr zum Schweißstrom: Kurzes Betätigen und Loslassen der Schweißbrennertaste. Schweißende: Längeres Betätigen der Schweißbrennertaste.

WIG IMPULS

Betriebsart für dünne Bleche zur Optimierung der Wärmeeinbringung, auch für dicke Bleche zur Optimierung der Einbrandtiefe und für eine gute Beherrschung des Schweißbads beim Schweißen in Zwangslagen.

PULS FREQ

Einstellung der Pulsfrequenz für das WIG-Impulsschweißen.

POWER FREQ

Einstellung der Schweißstromfrequenz.

WIG PUNKT

Betriebsart Punktschweißautomatik mit Einstellung einer gleichmäßigen Schweißzeit. Je nach Materialstärke ist eine Anpassung der Schweißleistung erforderlich.

SLOPE DOWN

Stromabstiegszeit in Sekunden bis zu einem voreingestellten Endstromwert mit Lichtbogenerhaltung oder bis 0 Ampere mit Lichtbogenlöschung. Optimierung der Wärmeeinbringung, Zeitspanne für das Auffüllen des Schweißnahtendes.

END POWER

Endstromwert in Ampere für das Füllen des Schweißnahtendes (Krater).

POST GAS

Gasnachströmzeit in Sekunden, Nachlaufzeit des Gasflusses. Das Schutzgas fließt auch nach dem Erlöschen des Lichtbogens, um die Schutzgasatmosphäre zu erhalten, bis das Schweißgut erstarrt ist.

WIG-Zündarten

WIGCONTACT

WIG-Kontaktzündung (Streichzündung). Außerhalb des Schweißspalts ohne Krafteinwirkung mit der Elektrode über Kupferblech streichen. Nachteil: Bei hohem Schweißstrom oder zu langem Kontakt Beschädigung der Elektrode und Wolframeinschlüsse in der Schweißnaht möglich.

WIG HF

WIG-Hochfrequenzzündung. Berührungslose Zündart mit impulsförmiger Wechselspannung und sichtbarer Funkenstrecke zwischen Elektrode und Werkstück. Gashülse des Schweißbrenners schräg am Schweißspalt ansetzen und bei gedrückter Brennertaste anheben, bis der Lichtbogen zündet. Nachteil: Frequenzstörung benachbarter Elektronikgeräte möglich.

LIFT WIG

WIG-Kontaktzündung (Liftzündung). Optimale WIG-Zündart mit voreingestelltem, niedrigem Zündstrom. Die Elektrode bleibt auch bei längerem Kontakt unversehrt. Werkstück mit Elektrode berühren und Schweißbrenner bis Zündung anheben.